Der Mensch dahinter

Die Geschichte von Leichtmut.

Handgefertigte ultraleichte Kamerataschen von Jacob Muth in Hamburg.

Danke an Fabian Gottschlich von film-craft.de für dieses Video!

2018

Wo alles begann.

Ich liebe Wandern genauso sehr wie Fotografie. Für mich gehört beides untrennbar zusammen: Wenn ich draußen bin, möchte ich die Schönheit der Natur festhalten – und es ist die Freude an der Fotografie, die mich nach draußen treibt.

2018, während meines Studiums, begann ich mich tiefer mit der Fotografie zu beschäftigen. Insbesondere Astrofotografie hatte mein Interesse geweckt, also investierte ich in meine erste Vollformatkamera, ein Weitwinkelobjektiv und einen Star-Tracker. Ich studierte in London, also fuhr ich mit dem Zug hinauf in das schöne Lake District, um unter dunklem Himmel zu fotografieren. Als ich dann die Hügel hinaufstapfte, spürte ich deutlich das schwere Gewicht meiner Ausrüstung.

Da kam ich zum ersten Mal mit dem Ultraleicht-Trekking in Berührung – also damit, mit einer Ausrüstung zu wandern, die so leicht wie möglich ist. Aber bei meiner Kameraausrüstung kam ich damit nicht weit. Denn es gab in den Online-Foren wenig Empfehlungen hierzu – die meisten Ultralighter lassen ihre Kamera einfach zu Hause. Das war für mich keine Option.

Astrofotografie im Lake District

2020

Erster Prototyp.

Stattdessen stellte ich mir die Frage: Wie trage ich meine Kameraausrüstung so, dass sie leicht zugänglich ist, vor Regen und rauem Gelände geschützt – ohne noch mehr Gewicht zu schleppen? Ich hab auf dem Markt nichts Passendes gefunden. Typische Camera-Clips boten keinen Schutz, herkömmliche Taschen waren viel zu schwer, und die wenigen leichten Kamerataschen hatten keinen Platz für ein zweites Objektiv.

Anfang 2020 lebte ich wieder in Hamburg, inzwischen als Texter. Als Wochenendprojekt nähte ich meinen ersten Rucksack an der Nähmaschine meiner Mutter. Vom Design war er ein typischer ultraleichter Rucksack, nur hatte er einen zusätzlichen Reißverschluss-Zugang an der Seite. Ich konnte also den Rucksack abnehmen, auf die Seite legen, öffnen und an meine Kameraausrüstung in einem Innenfach gelangen. Das war mein erstes Nähprojekt und die Inspiration für den heutigen Dawn 22L.

Auch wenn ich auf diesen ersten Rucksack noch immer stolz bin, brachte dieses Design zwei Probleme mit sich: Ich konnte den Rucksack nicht stabil auf eine Seite legen, wenn ich auch meine Seitentaschen verwenden wollte – und ich brauchte noch immer eine separate Tasche, um meine Kamera im Rucksack zu verstauen.

Erster Prototyp, von vorne
Erster Prototyp, seitliche Öffnung
Erster Prototyp, Innenfach

2022

Roamer, erster Versuch.

Bevor ich diese Probleme lösen konnte, musste ich meine Wanderpläne aufgrund der Pandemie pausieren. Doch als ich irgendwann zwei Wochen lang krank in meinem Zimmer festsaß, schweiften meine Gedanken wieder nach draußen. Ich beschloss, den Kungsleden in Schweden zu wandern – und wusste, dass ich für dieses Abenteuer endlich die richtige Kameratasche brauchte.

So entstand der erste Prototyp für den Roamer. Er hatte damals noch einen Reißverschluss und war innen nicht gerade hübsch, aber ich machte ihn so leicht wie nur irgend möglich. Er wog nur 140 g und fasste meine Canon EOS RP, mehrere Objektive, eine Filtertasche, Ersatzakkus und etwas Zubehör.

Die Tasche funktionierte für den Kungsleden, war aber noch nicht ganz optimal:

Der offene Schaumstoff im Inneren war so griffig, dass sich die Ausrüstung kaum herausziehen ließ; 4 mm Schaumstoff gaben einer Tasche dieser Größe nicht genug Stabilität, die Trenner blieben nie an ihrem Platz, und der Reißverschluss-Deckel ließ sich nicht verlässlich abdichten.

Roamer-Prototyp, 2022
Roamer-Prototyp, gepackt
Roamer-Prototyp, unterwegs

Februar 2024

Vom Trail geformt.

Zwei Jahre später verließ ich meinen damaligen Job. Während ich eine neue Stelle suchte, nutzte ich die freie Zeit, um wieder etwas mehr zu wandern. Ich hatte das Design meiner Kamerataschen zuletzt weiterentwickelt, und es war an der Zeit, die neueste Version auf dem Fishermen's Trail in Portugal zu testen.

Direkt auf dem ersten Kilometer erwischte uns ein heftiger Regensturm. Ich wusste eigentlich, ich sollte meine Kameratasche im Rucksack verstauen, weil sie nicht komplett wasserdicht war … aber ich wollte einfach nicht. Wir hatten gerade erst das Meer erreicht, und ich wollte zumindest ein Foto der stürmischen Wellen!

Als ich meine Kameratasche endlich öffnete, fand ich eine kleine Pfütze am Boden. Kamera und Objektive – nass.

Ich muss wohl kaum sagen, dass ich darüber nicht ganz glücklich war. Aber es brachte mich ins Grübeln: Was, wenn die Kameratasche einen Rollverschluss hätte, der zuverlässig gegen Regen schützt?

Kaum waren wir wieder zu Hause, setzte ich mich an die Nähmaschine und die nächste Version der Kameratasche entstand. Das neue Design stellte sich auf einer Skitour auf dem Kungsleden unter Beweis – ich musste nur noch einen Weg finden, den Zugriff schneller zu machen.

Fishermen's Trail, Portugal – Sturm
Kungsleden-Skitour, Jacob
Kungsleden-Skitour, Rucksack und Kameratasche

April 2024

Mein eigener Weg.

Im Frühjahr begann ich einen neuen Job. In der Theorie sollte es mein Traumjob sein, aber in der Praxis fühlte ich mich unglaublich unwohl am Arbeitsplatz. Also kündigte ich nach nur zwei Monaten und wusste nicht recht, wie es weitergehen sollte.

Je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: Ich wollte selbstständig sein. Wieder als Texter? Schwierig in Zeiten der KI. Oder vielleicht mit der Fotografie? Da dachte ich wieder an meine Kameratasche. Ich war sicherlich nicht der Einzige, der eine leichte und zuverlässig wasserdichte Lösung zum Wandern suchte. Und so begann ich mit Leichtmut.

Zunächst folgten Monate der Optimierung. Ich entwickelte den magnetischen Schnellzugriff, testete zig Konstruktionsmethoden, überlegte mir meine eigenen. Zum Roamer gesellten sich Scout und Ranger. Immer in der Balance zwischen Funktion und Gewicht.

Endlich waren die Taschen bereit, dass ich sie guten Gewissens für andere fertigen konnte!

November 2024

Leichtmut beginnt.

Und das tat ich auch! Allein in 2025 baute ich rund 300 ultraleichte Kamerataschen.

Jacob beim Wandern mit dem Roamer auf den Lofoten

Jetzt

Draußen in der Welt.

Mittlerweile reisen meine Taschen an Orte, von denen ich nur träumen kann. Sie verbringen viel mehr Zeit draußen, als ich es je werde. Ich bekomme Feedback von diesen Reisen – und ich bin für jede einzelne Zeile super dankbar.

Was als äußerst minimalistische ultraleichte Kameratasche begann, sind heute viele verschiedene Kamerataschen. Viele Custom-Wünsche biete ich jetzt als individuelle Optionen an, und kaum eine Tasche gleicht noch der anderen. Verschiedene Stoffe, Farben, Größen und Funktionen – in der Custom Build Gallery kannst du ein paar der Taschen entdecken, die ich bisher gebaut habe.

Der Slinger ist die neueste Ergänzung meiner Kamerataschen – und die, die ich am meisten nutze. Er ist mein täglicher Begleiter, und ich klippe ihn an meinen Dawn-Rucksack, die heutige Version meines allerersten Nähprojekts.

Was kommt als Nächstes? Zum einen arbeite ich an einer größeren Backpacking-Version des Dawn. Und am wichtigsten: Ich baue diese Taschen mit großer Freude beruflich – in dem Job, den ich mir selbst geschaffen habe. Das heißt, ich werde weiter an neuen Designs arbeiten und meine Produkte verbessern.

Damit weder du noch ich je wieder ein Bild verpassen!

Schwarzweiß-Landschaftsbild mit Text-Overlay: Leichtmut – Never Miss Another Shot

Never miss another shot.

Ultraleichte Kamerataschen, magnetischer Schnellzugriff, wasserdichtes Rolltop-Design. Handgefertigt auf Bestellung in Hamburg, maßgeschneidert für deine Kameraausrüstung.

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